Hands on, Craftivism und Urbanismus
Anknüpfend an das 2025 begonnene Projekt „Wendy vs Tinkerbell“ – einem vom Künstler Philip Wiegard entwickelten hybriden Raum aus Labor, Werkstatt und Bar im Kunstverein – verschiebt sich 2026 der Fokus von den Schnittstellen zwischen Kunst und Kunsthandwerk hin zum breiten, interdisziplinären Feld des „Machens“. Machen wird als kulturelle Handlung verstanden, als politische, ästhetische und soziale Praxis. Der Kunstverein bietet hierfür die ideale Plattform, da Kunstvereine selbst historisch selbstorganisierte Räume des Machens sind. Entstanden im 18. Jahrhundert als bürgerliche Graswurzelinitiativen, jenseits staatlicher oder akademischer Vorgaben, ermöglichen sie bis heute Kunstproduktion, -ausstellung und -vermittlung abseits von Marktlogiken und Kanon. Das Projekt schafft über bildende Kunst und Performance, Craftivism und Technologie sowie Stadtgestaltung Raum für kollektives Denken und Handeln. In Formaten wie Lesekreisen, Diskussionen, Atelierbesuchen und einem Festival wird der Kunstverein mitsamt seines Umfelds zu einem Ort für Produktion, Austausch und Sichtbarkeit und zur Bühne, die künstlerische, handwerkliche und aktivistische Ansätze verbindet. Gerade in einer durch ökologische, soziale und ökonomische Krisen geprägten Zeit, gewinnen kollektive, partizipative und widerständige Praktiken an Bedeutung. So will das Programm zum einen zum Machen animieren und zum anderen Sichtbarkeit schaffen für jene Praktiken, die meist am Rand stattfinden, aber im Zentrum gesellschaftlicher Veränderung stehen.
Kurzdarstellung der Projektmacher*innen
Der Dortmunder Kunstverein e.V. wurde 1984 in bürgerschaftlicher Initiative als gemeinnütziger Verein zur Förderung und Vermittlung zeitgenössischer Kunst gegründet. In jährlich drei eigens kuratierten Ausstellungen wird herausragende zeitgenössische Kunst aus dem In- und Ausland in den eigenen Räumlichkeiten präsentiert und in der Begegnung vermittelt: Vorträge, Gespräche und sachkundige Führungen ermöglichen Mitgliedern und Interessierten spannende Einblicke in aktuelle künstlerische Produktionen und Diskurse. Der Dortmunder Kunstverein bietet damit ein Forum zum Austausch über relevante Fragestellungen zeitgenössischer Kunst und Gesellschaft. Er agiert als Impulsgeber und Bindeglied im regionalen wie (inter-) nationalen Kunstbetrieb. 2023 wurde der Verein mit dem Preis für Kunstvereine der ADKV / ART COLOGNE ausgezeichnet. 2025 erhielt der Kunstverein für die Einzelausstellung „Hannibal“ der Künstlerin Latefa Wiersch den *WESTSTERN-Kunstpreis in der Kategorie „Herausragende Ausstellung“.
Durchführungszeitraum
Januar 2026 bis Dezember 2026.
Lageplan
Anschrift
Manifest des Machens
Rheinische Str. 1
44137 Dortmund




