»Kleine Komplexitäten« macht einen Aufschlag, der Komplexität im Quartier einen Raum zu geben, sie sichtbar zu machen und daraus zukunftsfähige Perspektiven zu entwickeln. Mit dem transformativen Projekt machen wir urbane Wissensformen der Ermöglichung sichtbar (Dell 2016). Durch Gesprächsformate bieten wir unterschiedlichen Menschen im Quartier an, lokale Erkenntnisse und Interessen auch auf globale Phänomene in Gesellschaft und Kultur zu übertragen. Wir schaffen Kommunikations- und Interaktionssituationen auf Augenhöhe zwischen Menschen, die in ihren alltäglichen Praxen und Routinen keine Begegnungsmöglichkeit haben und somit einen realen Resonanzraum im urbanen Setting für die drängenden Fragen der Gegenwartsgesellschaft. Expert:innen des Alltags treffen auf Menschen aus Medien, Kunst und Wissenschaft zusammen. Die Erkenntnisse, Wissensbestände und Potenziale aus den Gesprächen werden künstlerisch, visuell und ästhetisch auf Litfaßsäulen im Quartier temporär präsentiert. Mit Stadtrundgängen werden die Installationen besprochen und hinterfragt. So möchten wir den Begriff der Komplexität zum einen entmachten, denn er ruft häufig Gefühle der Überforderung – zu viel, zu groß – hervor. Andererseits wollen wir ihm gerecht werden, denn in der Komplexität liegt immer auch die Chance, intersektional anzudocken. Komplexität ist ein Spektrum, auf dem wir uns mit den Menschen im Quartier bewegen.
Kurzdarstellung der Projektmacher*innen
Das Frappanz ist ein 2019 gegründeter Verein von Akteur:innen aus Kunst, Kultur und Wissenschaft und seit 2022 der Raum für künstlerische Forschung in Dortmund, initiiert von Evelyn Bracklow und Sarah Hübscher. Hier arbeitet ein interdisziplinäres Team in festen Strukturen sowie temporären Zusammenschlüssen an Fragen zur Komplexität der Gegenwart und initiiert partizipative Projekte in den Bereichen Kunst, Kultur und Gesellschaft. Künstlerische Forschung ist ein interdisziplinärer und kollaborativer Ansatz, der sich künstlerischer Praktiken bedient, um vorhandenes Wissen aufzuspüren, neues Wissen generiert und durch ästhetische Prozesse kreative Formen der Vermittlung schafft. Sie „ermöglicht es, sich mit dem ‚Anderen’ von Kunst und Forschung genauer auseinanderzusetzen – nicht mit dem, was ist, sondern mit dem, was sein könnte.“ (Grand 2012) Gemeinsam mit einer vielfältigen Nachbarschaft nehmen wir ungewohnte und unbekannte Perspektiven ein, provozieren ein kritisches Nachdenken und führen zu einer veränderten Wahrnehmungen auf uns, andere und unsere Umgebung. Hiermit leistet das Frappanz einen Beitrag zu Transformationen im Quartier
Durchführungszeitraum
Januar 2025 bis Oktober 2025.
Lageplan
Anschrift
Kleine Komplexitäten
Hüttemannstrasse 60
44137 Dortmund
Deutschland




